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Fleischerjungs - Fleischer aus Leidenschaft

Dass Daniel Röhrs eines Tages Metzgermeister werden will und in die Fußstapfen seines Vaters Friedrich treten wird, war ihm seit seiner frühsten Kindheit klar. Schon als kleiner Junge lief er durch die Jorker Fleischerei und half bei der Schlachtung, Produktion und im Geschäft eifrig mit. Daran hat sich bis heute im Prinzip nichts geändert mit dem kleinen Unterschied, dass Daniel jetzt mit Ende 20 den Betrieb leitet.

Mit seiner 310-jährigen Tradition ist der Betrieb aus dem kleinen Ort an der Elbe nicht mehr weg zu denken, denn die Kunden sind auch ein Stück weit verwöhnt. Neben einer stets gefüllten Theke und warmen Mittagstisch, sorgt Daniels Leidenschaft auch immer wieder für neue Kreationen und Abwechselung im Sortiment. Zum Beispiel die Jorker pikante Salami oder eine reine Rinderbratwurst die er entwickelt und dessen Rezept er nicht mal seinem Vater Friedrich verraten hat. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen, ich lebe das traditionelle Handwerk und möchte unsere regionalen Rezepte erhalten und entwickeln. Auf der anderen Seite hat sich der Zeitgeist und das Bewusstsein der Menschen verändert, sodass wir vielleicht auch einiges in Frage stellen können und weiterdenken müssen. Genau das möchte ich mit den Fleischerjungs in Buxtehude tun“, sagt Daniel Röhrs auf die Frage was seine Motivation ist. Nach langer und intensiver Vorbereitung ist der Gedanke gereift eine Filiale unter neuem Namen zu eröffnen, die diese Elemente vereint und zeigt. Tradition, Zeitgeist und Leidenschaft.

Rund ein Jahr ist in die Vorbereitung und Suche nach einem geeigneten Objekt geflossen. Parallel wurde am Businessplan gefeilt und die richtigen Partner mit an Bord geholt. Nach Gesprächen mit verschiedenen Ladenbauern und einem Werksbesuch in Kulmbach ist eine Entscheidung gefallen und die Zusammenarbeit wurde typisch hanseatisch per Handschlag besiegelt. „Für Schrutka-Peukert habe ich mich entschieden, weil es für mich das frischeste Konzept war und Göran Gallandt meine Ideen verstanden hat und planerisch umsetzen konnte.“

Betritt man heute den Laden der Fleischerjungs in der Buxtehuder Innenstadt, erwartet einen keine klassische Fleischerei. Direkt im Schaufenster steht eine große, gläserne Reifekammer mit beleuchteten Salzsteinen in der Schweine- und Rinderrücken von großen Fleischerhaken hängen. Daniel hat sich dazu entschieden das Thema Fleischkonsum so in die Innenstadt zu tragen um mit seinen Kunden in einen Dialog zu treten. Ganz transparent hat er auf kleinen Holzschildern die Eckdaten zu den einzelnen Tieren vermerkt. Der restliche Laden ist ein Zusammenspiel aus modernen Materialien und klassischer Interpretation einer urigen Landmetzgerei. Es wurde Wert darauf gelegt optisch nur natürliche und klare Materialien zu verwenden, passend zu den Produkten der Metzgerei. Eichenholz als durchgehendes Element für die Möbel und im Deckenfeld, ohne Verzierungen und Schnörkel. Der Bereich um die Heißetheke ist in dunklem Klinker und schwarzen Fliesen ausgeführt für ein warmes und einladendes Ambiente. Gerade in der Mittagszeit wird diese sehr gut von den Kunden angenommen. Neben traditionellen, selbstgemachten Fleischgerichten von Leberkäse bis Lasagne, bieten sie auch vegetarische Kleinigkeiten an.

Im Kontrast dazu steht der Frischfleischbereich mit weißen Tonfliesen. Suggeriert wird das Bild einer Metzgerei wie wir sie aus den 50er und 60er Jahren kennen. Rein dekorativ und nicht mehr im Einsatz haben die Fleischerjungs im Laden verschiede identitätsstiftende Elemente und Werkzeuge aus dieser Zeit. Gearbeitet wird aber mit modernen Geräten um den Ablauf effizienter und leichter zu gestallten. Denn, dass Daniel mit einem neuen Laden in Buxtehude präsent ist, hat sich schnell herumgesprochen. Die Kühltheke von Schrutka-Peukert ist schlicht schwarz gehalten und tritt, im Kontrast mit dem Fleisch, als Bühne für die Waren in den Hintergrund. Abgerundet wird das Ladenkonzept durch offene und gut gelaunte Mitarbeiter mit denen man direkt beim „Du“ ist. Die fachliche Beratung von den Cuts bis zur geeigneten Zubereitung gehört genauso selbstverständlich dazu wie die Wurst auf die Hand für die Kinder.